Mittwoch, 24. Juni 2015

Spiel des zufälligen und unberechenbar nutzlosen Wissen

Spiel des Wissens
(Brettspiel)

Ich spiele gern mal ein Strategiespiel, aber zur Abwechslung mal etwas, wo es um Wissen geht und nicht um Glück und Taktik, macht mir auch Spaß. Daher war ich umso erfreuter, als "Spiel des Wissens" bei mir ankam. Die Freude hielt aber nicht lang.

Zunächst zum Positiven: Das Spiel, die Figuren und auch die Fragekarten sind sehr gut und solide gearbeitet. So hat man auch nach dem zwanzigsten Mal raus- und wieder reinräumen noch Spaß an dem Spiel. Also theoretisch...

Wir haben das Brettspiel zu 4. ausprobiert. Dazu sei zu sagen, dass wir Spieler von Mitte 20 bis Anfang 40 waren. Dadurch konnten wir viele Wissensbereiche abdecken. Wir haben die lange Version, die in der Anleitung mit einer Spielzeit von ca. 45 Minuten angegeben wird, gespielt. Die Anleitung ist einfach und schnell zu verstehen. Wir haben mit Aufbau und Erklärungen ca. 20 Minuten gebraucht. Und schon machten wir uns auf die Reise nach Galaxia.

Im Spiel geht es darum, von jedem Planeten einen Ring zu sammeln, so dass man am Ende 6 unterschiedlich farbige Ringe an seiner Figur hat und dann auf Galaxia landen kann. Damit auch jeder die Chance hat, die Ringe zu ergattern, muss man an den Planeten auf dem Spielfeld stehen bleiben und so lang die Fragen aus dem Wissensgebiet beantworten, bis man eine richtige Antwort gibt. Damit haben andere Spieler die Chance aufzuholen.

Und das ist auch schon mein erster Kritikpunkt: durch dieses Anhalten, selbst wenn man den Ring schon vorher sich erspielt hat, kann man gut und gerne 5, 6 oder sogar mehr Runden aufgehalten werden, wenn einem das Wissensgebiet, wie zum Beispiel Tiere & Natur oder Sport & Spiel nicht liegt. Der Spielfluss wird dadurch ausgebremst und man selbst ist schon gefrustet, wenn man so viele Fragen nicht beantworten kann.

Der zweite und für mich größere Kritikpunkt ist jedoch der Aufbau und die Art der Fragen:
es gibt zwei Schwierigkeitsstufen: leicht und schwierig. Laut Anleitung sind die leichten Fragen für Kinder von 8 bis 12 Jahren geeignet, während die schwierigen Fragen von Jugendlichen und Erwachsenen gespielt werden sollten. Bei den schwierigen Fragen sind jedoch die Schwierigkeitsgrade so unterschiedlich und willkürlich, dass man gar nicht einschätzen kann, ob man durchkommt. Während die einen danach gefragt werden, was ein Lolo-Schiff ist, müssen die anderen "nur" wissen, wie der Bösewicht bei Spongebob Schwammkopf heißt oder welches das meist genutzte Betriebssystem ist. Auch werden Informationen in Fragen herausgegeben, die dann bei einer anderen Frage als Antwort gelten. Das hat uns stutzig gemacht, da wir fanden, dass das auch nicht Sinn und Zweck des Spiels sein kann.
Zudem tauchen in den Fragen selbst sehr viele Rechtschreib- und Grammatikfehler auf, was sowohl den Fragensteller als auch den Gefragten irritieren kann.

Der Knaller war jedoch eine Frage aus dem Bereich "leicht" für Kinder von 8 bis 12 Jahren (!!!). Hier sollte eine Frage zur Serie "Homeland" beantwortet werden. Diese Serie ist ab 16 Jahren freigegeben und wird im TV nicht vor 22 Uhr ausgestrahlt. Was sucht solch eine Frage in der Kategorie leicht??

Wir haben das Spiel dann, mit großem Frust und immer weniger Lust, zu Ende gebracht. Statt 45 Minuten haben wir gut 3,5 Stunden benötigt und dabei haben wir nicht getrödelt oder Pausen gemacht. Da Spiel des Wissens auch für bis zu 8 Spielern geeignet ist, möchte ich nicht wissen, wie lang man daran sitzen kann.


Fazit: uns hat das Spiel nur Frust gebracht, weil weder Fragen, noch Antworten noch das Spielprinzip an sich gefallen haben. Von mir gibt es KEINE Empfehlung.

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