Freitag, 17. Juli 2015

Bunter Mix aus Ironie und Gefühl

Bunte Rapublik Deutschpunk
SDP

Deutschsprachige Texte und ich waren lange Zeit keine Freunde. Uninspiriert, plump und meist so nah am Schlager, dass mir spontan blonde Locken gewachsen sind. Das musste nicht sein. Auf meinen Streifzügen durch YouTube bin ich auf SDP gestoßen. Eher per Zufall und was soll ich sagen? Zum Glück!

Entdeckt habe ich Vincent und Dag über ihren romantischen Song "Ich muss immer an dich denken". Der traf mich direkt ins Herz, was ich erstaunlich finde, denn wir sprechen hier von einer Band, die neben HipHop, auch Rap, Sarkasmus und vieles weitere bedient.


Und weil ich von Natur aus neugierig bin, habe ich mich durch die Songs gehört und dann bei "Bunte Rapublik Deutschpunk" zugegriffen.

SDP tun etwas, was nicht mehr viele Künstler können: sie erzählen mit ihrem Album eine Geschichte. Angefangen vom Intro, in dem sie ihre Machtübernahmemaschine vorstellen, über Songs, in denen sie Chefs anklagen bis hin zur wirklichen Machtübernahme ist alles dabei. Und die Jungs scheuen sich nicht, sehr direkt zu werden. Worte wie F*ck und ähnliches kommen vor, werden aber nicht unverhältnismäßig genutzt um zu schocken, sondern um einfach etwas deutlich zu machen. Respekt dafür, denn viele deutsche Musiker kennen diesen Unterschied nicht.

Was mich positiv überrascht hat, war die emotionale Bandbreite des Albums. Klar, die beiden haben Spaßsongs wie "Lied für die Fans von anderen Bands" oder "Als ich Mädchen noch scheiße fand" auf ihrer CD. Und dazwischen mogelt sich ein Herzschmerzsong wie "Wegen dir", den ich direkt 3 mal hören musste, weil mich der Text so geflasht hat.

Und wer jetzt abwinkt und sagt "Pfft, was bringt mir das?", sollte mal "Mach mal Platz für dich selber" hören. Denn Dag und Vincent motivieren hier ihre Hörer und zwar nicht mit platten Kalendersprüchen, sondern mit Kreativität. Wow!

Fazit: SDP können es. Wer mal erfahren möchte, wie Berlin rocken kann, sollte hier zugreifen!

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