Montag, 13. Juli 2015

Disney in Concert - oder "Können die Deutschen Disney?"

Die Songs aus den Disney-Filmen entführen in andere Welten, wecken Sehnsüchte, Gefühle und Erinnerungen und sie bringen jeden zum Träumen. Die Ankündigung, sie in der gigantischen Kulisse der Berliner Waldbühne zu erleben mit großem Orchester und Solisten, ließ mein Herz höher schlagen. Zudem versprach der Wetterbericht angenehm sommerliche Temperaturen und keinen Regen. Es würde phantastisch werden... Müsste. Sollte. Hmmm.


Um 17 Uhr wurden die Tore geöffnet und die Massen strömten in die Freiluftarena.
Gleich am Eingang erwartete ich den ersten Schwung Disney-Magie mit Merchandising-Ständen und vielleicht sogar den einen oder anderen Disney-Charakter zur Begrüßung. Fehlanzeige. Nicht einmal ein Posterstand, keine Disney-Deko.
Aber das sollte die Stimmung nicht trüben. Ein paar Schritte weiter folgte der Blick auf die imposanten Ränge des Amphietheaters. Auf der Bühne waren die Plätze für das Orchester aufgebaut, darüber thronte eine riesige Videowand, zwei weitere Screens rechts und links neben der Bühne.
Ein weiteres Hmm, denn weitere Deko gab es nicht. 



 

Ab 18 Uhr liefen auf den Videowänden dann Trailer für neue Disney-Filme, den Disneystore, das Disneyland Paris und den Disney Channel, dazu ein Quiz und einige Disney-Musikvideos. Eine nette Einstimmung. Es blieb noch Zeit für die obligatorische Bratwurst und das Schwelgen in Vorfreude.
Programm

Die Stimmung hob sich, als das Berliner Symphonie Orchester die Bühne betrat - und Mickey Maus höchstpersönlich.
Nach den ersten Takten verschwand die Maus jedoch wieder hinter die Bühne.
Aber die wunderschönen Melodien blieben und trieben beim Gedanken an die schöne Zeit im Disneyland die ersten Tränen in die Augen.
Disney-Kenner Steven Gätjen führte dann mit kleinen Anekdoten durch den Abend und kündigte nach und nach die Solisten auf die Bühne, die allesamt großartig die Disney-Klassiker interpretierten: Neben den Musicalstars Lars Redlich, Lucy Scherer, Deborah de Ridder und Veit Schäfermeister waren auch die Popstars Michael Patrick "Paddy" Kelly, Chima und Annett Louisan mit von der Partie.
Ein großartiges Ensemble - nur Frau Louisan ließ mit ihrer Piepsstimme bei "Endlich sehe ich das Licht" aus Rapunzel wenig Gefühl aufkommen. Aber ansonsten verzauberten die Medleys aus Arielle, Pocahontas, Die Schöne und das Biest, Das Dschungelbuch, Mary Poppins und Der König der Löwen. Zu allen Songs liefen auf den Videowänden die passenden Ausschnitte aus den Filmen.
Als Gätjen den Tanz der Flamingos und Mickeys Auftritt als Zauberlehrling aus dem Klassiker Fantasia ankündigte, landete er den Lacher des Abends: "Der folgende Film hatte Premiere im Geburtsjahr von Veronica Ferres - 1940".

Einer der Höhepunkte sollte der Auftritt der Original-Solisten aus dem neuen Musical "Aladdin" sein, das im Dezember in Hamburg Premiere feiert.
Nachdem die Solisten zuvor alle in eher schlichten Outfits, teils vermeintlich in "Straßenklamotten", aufgetreten waren, erwartete man nun Aladdin und Jasemin in ihren Broadway-Kostümen, vielleicht sogar mit einem fliegenden Teppich. Aber nein, auch sie hatten sich für die 18.000 zahlenden Gäste nicht extra schick gemacht. Gesungen haben sie aber schön.
Kurz vor dem Finale kam dann auch nocheinmal Mickey auf die Bühne und überreichte Blumensträuße an die Solisten. Das große Finale bildete dann natürlich der Song "Lass jetzt los" aus der Eiskönigin. Kinder durften nun vor die Bühne kommen und mittanzen (die Eltern nicht, was viele kleine Mädchen völlig verunsicherte und ein Teil der Atmosphäre nahm).
Der Song sorgte noch ein weiteres Mal für Gänsehaut.
Mit einem Feuerwerk und einem Auftritt des Schneemanns Olaf hätte man nun den krönenden Abschluss zelebrieren können. Hätte man können! Aber ohne Knalleffekt endete leider der große Disneyabend.
Als Zugabe spielte das Orchester dann doch noch (noch einmal) die Suite aus dem Fluch der Karibik. So bleibt ein schöner Abend im Kopf - und der Gedanke, dass man sehr bald wieder ins Disneyland Paris fahren muss, um die echte Disney-Magie zu spüren.

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