Montag, 19. Oktober 2015

Unterwegs in Frankfurt/Main oder "Psst, Drogen?"

Hallo Ihr Lieben,

wie Ihr schon mitbekommen habt, war ich in Frankfurt zur Buchmesse. Aber neben den Büchern habe ich noch einiges anderes erlebt. Und das könnt Ihr hier lesen! Viel Spaß!

Unterkunft
Zunächst mal: die Zimmerpreise zur Buchmesse sind eine Unverschämtheit. Aber das ist jedem bekannt, der mal versucht hat, an einem Messewochenende ein Zimmer zu bekommen. Da ich nicht bereit war, bis zu 400 EUR die Nacht für ein durchschnittliches Hotel zu zahlen, habe ich mich kurzerhand in einem Hostel eingebucht.

Ja, Ihr habt richtig gelesen. Ich habe das Abenteuer Hostel gewagt und als wäre das nicht genug, habe ich auch noch in einem 8-Bett-Zimmer genächtigt.

Meine Wahl fiel auf das Smart-Stay Hostel Frankfurt, da es in der Nähe vom Hauptbahnhof und der Messe lag. Was ich nicht wusste: es lag auch in der Nähe von Frankfurts berüchtigter roten Meile!

Das Hostel selbst ist modern und echt toll ausgestattet. Der Empfang war sehr freundlich und die Mitarbeiter standen für alle Fragen zur Verfügung. Das Ambiente in der Lobby war modern und muss sich nicht hinter etablierten Hotels verstecken.

Die Erfahrung im Mehrbettzimmer muss man mal gemacht haben. Ich wohnte mit einem älteren Herren aus Pakistan, einem jungen Consultant aus den Niederlanden und einem Herren aus Offenbach zusammen. Jap, alles Herren, da ich einen gemischten Schlafsaal gebucht hatte (war halt günstig). Meine Mitbewohner waren sehr freundlich, zurückhaltend und das Zusammenwohnen war angenehm. Wer sich also vor Unbekannten nicht fürchtet, sollte mal in einem Hostel übernachten.

Umgebung/Hauptbahnhof
Ach Frankfurt. Bekannt als Mainhattan begegnet man nur wenige Kilometer entfernt von der Finanzcity der dunklen Seite der Gesellschaft. Das Hostel lag nur eine Straßenecke von der roten Meile entfernt. Das war für mich ein leichter Kulturschock, als ich abends auf der Suche nach was Essbarem war und mitten in die Meile reinlief. Aber eines muss man den Frankfurtern lassen: sie reagieren äußert gelassen auf Junkies, Prostituierte und Obdachlose.

Ich selbst habe an den 3 Tagen, die ich dort war, mehr Drogen als in meinem bisherigen Leben angeboten bekommen. Auch Dealer machen mittlerweile Marketing und sprechen potenzielle Kunden direkt an. Erschreckend irgendwo!

Noch komischer war mir allerdings, als ich erleben durfte, wie auf offener Straße harte Drogen wie Crack konsumiert und offensiv gedealt wurde. Ich sehe sowas ja normalerweise immer als letzte, aber selbst ein Blindfisch wie ich konnte gut beobachten, wie Ware und Geld den Besitzer wechselte. Da wurde mir schon leicht anders. Auch wenn sich die besagten Personen nicht wirklich aus der Ruhe bringen ließen und auch sonst nicht weiter auffielen, war es komisch.

Auch am und im Hauptbahnhof selbst hatte ich das Gefühl, durch ein Auffangbecken für gescheiterte Existenzen zu waten. Nicht schön, gerade wenn man als Frau allein unterwegs ist. Dennoch muss ich anmerken: wirklich arg belästigt oder gar angefasst wurde ich zu keinem Zeitpunkt. Angesprochen ja, aber sobald die Leute merkten, dass ich kein Interesse habe, haben sie mich in Ruhe gelassen. So habe ich mich zwar kurz unwohl gefühlt, wirklich Angst hatte ich aber nicht.

Fazit: Hostel ist ein Erlebnis wert. Frankfurt auch, aber schön ist anders!

Liebe Grüße
Eure Denise

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