Freitag, 6. November 2015

Ein Besuch im Berliner Zoo - Modern trifft Antik

Hallo Ihr Lieben,

es ist kaum zu fassen, aber wahr: ich war noch nie im Berliner Zoo! Ja, so große Augen habe ich auch gemacht wie Ihr jetzt. Meine Schwester war so lieb und hatte mir zu Weihnachten Eintrittskarten geschenkt. Und endlich konnte ich sie einlösen!

Der Zoo liegt ja im Herzen Berlins, einen Steinwurf vom Bahnhof Zoo (welch eine Überraschung!) weg und ist super mit Bus, Bahn und Co zu erreichen. Mit 2 Eingängen kann man sich auch aussuchen, wo man starten möchte. Ich bin mit meiner Begleitung am Löwentor gestartet.

Direkt nach dem Eingang kann man sich an einem großen Plan orientieren, wo man hin will. Wir beschlossen: wir laufen einfach mal los! Denn der Zoo ist rund angelegt und somit kommt  man irgendwie überall vorbei.

Witzigerweise erwartet einem hinter dem Löwentor keine Löwen, sondern direkt die Elefanten. Und was mich erstaunt hat: sie haben Fell! Bekommen Elefanten eigentlich Winterfell??

Die Wege im Zoo sind schön breit angelegt, die Pfleger und Zooangestellten befreiten sie gerade von Blättern und die Tiere genossen die leider nicht sehr kräftige Sonne an diesem Tag. Es war toll durch die Anlage zu schlendern.

Allerdings wird im Augenblick auch sehr viel gebaut. So waren viele Gehege und Wege gesperrt. Verständlich, dass sich so ein Traditions-Zoo auch modernisieren muss, dennoch war es auch schade, so oft vor Baustellenschildern stehen zu müssen. Das kleine "Punk"schweinchen im Bild hatte uns am Schweinehaus neugierig begrüßt und war hoffnungsvoll, dass wir was essbares haben. Doch füttern ist verboten und daran hielten wir uns auch.

Doch nicht nur echten Tieren begegnet man im Zoo. Es gab auch viele Statuen wie diesen Hirsch zu bewundern. Sollte man mit Kindern unterwegs sein, empfehle ich einen Besuch unter der Woche. Denn dann hat man nicht nur genügend Zeit, sondern auch Platz und Ruhe um alles erklären zu können.


Jedoch gab es auch Dinge, die mich beim Besuch stocken und nachdenklich werden ließen. Ein Beispiel dafür sind diese beiden Großkatzen.
Sowohl der Leopard als auch der Panther lebten hinter, wie man sieht, unschönen Gittern und hatten weder Einstreu noch sonderlich viel Auslauf.
Wer Katzen zu Hause hat, weiß, dass sie viel Auslauf benötigen und ein großes Revier haben. Und bei Großkatzen ist dies nicht anders. Da blutete mir das Herz, denn ich habe solche Tiere auch schon in Wildparks gesehen und weiß, dass sie in solchen Käfigen nicht artgerecht gehalten werden können, egal wie sehr man es mit Spielzeug und Co. auszugleichen versucht.
Ich kann natürlich nicht beurteilen, wie es hinter den Kulissen des Zoos aussieht und wie weit die Tiere noch Auslauf bekommen. Doch was ich gesehen habe, sprach dagegen. Leider!


Generell war der gesamte Besuch, so toll und auch zeitintensiv er war, ein Wechselbad der Gefühle. Während zum Beispield das Aquarium sehr modern und auch attraktiv wirkte, gab es Bereiche, die mich eher an die Haltung von Tieren in den 80ern oder noch früher erinnerten.
Karge Böden, keine Abschottung des Lärmpegels und ähnliches. Das geht auch anders. Woran es lag, weiß ich nicht. Aber traurig machte es dennoch.

Dieser putzige Kerl ist ein nachtaktives Kaninchen. Das war ein toller Bereich. Der Zoo hat künstliche eine Nacht erschaffen, damit man als Besucher auch solche Tiere beobachten kann. Hier war es still, der Weg wurde mit LED ausgeleuchtet und Blitzfotografie war verboten. 

Es war sehr faszinierend, mal Tiere, die man so nie zu Gesicht bekommen würde, in Ruhe beobachten zu können. Wir hatten zudem das Glück, dass die Bewohner auch wirklich aktiv waren. So konnten wir in Ruhe gucken und staunen. Es gab mehrere Bereiche, in denen solche Bedingungen nachgestellt wurden. Eine tolle Idee!

Das Pinguinhaus war für mich Pflicht, da ich diese Eismeerbewohner so süß finde. Habt ihr schon mal einen Pinguin watscheln sehen? Das ist so putzig! Und stolz sind sie zudem. Und immer gut gekleidet!

Was darf in einem Zoo nicht fehlen? Richtig, ein Streichelzoo. Und auch wenn ich das Durchschnittsalter sehr gehoben habe, musste ich da rein.
Die Ziegen waren so süß und für 10 Cent konnte man sich eine Handvoll Futter am Automaten ziehen. Den Preis finde ich sehr angemessen und leistbar. Allerdings sollte man sich darauf einstellen, dass die Rabauken frech werden können.
Dieser Frechdachs hier hat mich, nachdem ich ihm nur ein paar Futterstücke gegeben hatte, angeboxt und sich sogar auf meinen Oberschenkel aufgestützt, bis ich ihm mehr gegeben habe. Es tat nicht weh und war gerade für meine Begleitung ein Fest des Lachens. Kleine Kinder sollten aber immer in Begleitung bleiben!

Bevor wir nach über 5 Stunden uns auf den Weg zum Ausgang machten, bogen wir noch ins Affenhaus ab.
Es war bereits Nachmittag und wir hatten wohl die Ruhephase der Affen erwischt. So entstand zum Beispiel der Schnappschuss von diesem kleinen Kerl hier.

Der Schimpanse wirkte gelassen, ruhig und so gefestigt, als hätte er schon alles gesehen. Es war schon witzig, ihn so ruhig sitzen zu sehen. Teilweise hätte man ihn für eine Statue halten können.

Fazit
Der Berliner Zoo ist auf jeden Fall einen Besuch wert. Der Eintritt von 20 EUR (dort war das Aquarium inklusive) ist angemessen und auch gerechtfertigt. Der Zoologische Garten scheint sich im Wandel zu befinden und ich hoffe, dass bald alle Tiere so schöne Gehege oder Auslaufstätten bekommen, wie es bei einigen schon der Fall war.

Und eine große Bitte an alle Eltern: Bitte, bitte bringt Euren Sprößlingen bei, dass es für die Tiere sehr unangenehm ist, wenn an die Scheiben geklopft und geschlagen wird. Wir wollen ja auch nicht permanent gestört werden und das ist auch bei den Geschöpfen im Zoo so. Angeschaut wird mit den Augen, nicht mit den Fingern!



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