Sonntag, 17. Juli 2016

Pokémon Go - catch 'em all!

(Quelle: pokemon.com)

Hallo Ihr Lieben,

lang erwartet, endlich da: Millionen Spieler auf der gesamten Welt jagen nach Pokémon. Während die einen es als die Erfüllung ihres sehnlichsten Kindheitswunsches feiern, können andere diesem Hype nichts abgewinnen und warnen vor dem Untergang des Abendlandes. Doch wie ist es wirklich? Wie funktioniert die App, die sogar den Suchbegriff "Porno" in den Suchmaschinen überholt hat? Ich gebe Euch gern einen kleinen Überblick.



Die ersten Schritte
Der Beginn ist so simpel wie schnell: App herunterladen, mit dem Google- oder Apple-Konto anmelden und schon ist man drin. Zunächst erstellt man sich einen Avatar, mit dem man in der App durch die Straßen wandert, bekommt eine kleine (wirklich kleine!) Erklärung und schon darf man sein erstes Pokémon fangen. Hier hat man die Auswahl zwischen Glumanda, Bisasam und Schiggy. Tippt man auf eines der drei Monster, erscheint der Fangbildschirm. Hier muss man dann mit einem Wisch über den Pokéball Richtung Pokémon versuchen, das Tierchen zu fangen. Keine Sorge, wenn es nicht beim ersten Mal klappt. Ich habe 5 Versuche benötigt, bis ich meinen Schiggy hatte. Mit dem ersten Monster in der Tasche heißt es dann:
raus in die Welt und Pokémon in der echten Welt jagen.


Draußen jagen vs. "pass auf, da ist eine Laterne"
Zunächst: die App muss immer laufen, wenn man spielen möchte. Sobald der Ruhebildschirm des Smartphones erscheint, verschwindet auch die Verbindung und es werden weder Schritte gezählt noch wird angezeigt, ob es Pokémon in der Nähe gibt.

Dass man aber wie ein Zombie nur noch auf das Phone starrend durch die Welt gehen muss, ist ein Trugschluss. Durch eine Einstellung vibriert das Handy, sobald ein Pokémon in der Nähe ist. Es genügt also, das Smartphone in der Hand zu halten und die App im Vordergrund laufen zu haben.

Bei meiner ersten Jagd draußen achtete ich auch darauf, welche Pokestops in meiner Nähe sind. An diesen Stops erhält man durch das Drehen des Emblems Pokébälle, Tränke und sogar 50 EP (= Erfahrungspunkte). Und ja, dadurch achtete ich weniger auf meine Umwelt, war aber nicht gänzlich davon abgeschnitten. Denn ich will ja auch gesund und munter an meinem Ziel ankommen. Mittlerweile weiß ich auf meiner Stammstrecke, wo die Stops sind und schaue nur dann intensiv aufs Smartphone. Ansonsten habe ich das Handy nicht mehr vor der Nase als im pokémonfreien Alltag.

Auf dem Bildschirm unten links sieht man die Pokémon, die in der Nähe sind. Monster, die man bisher noch nicht im Pokédex hat, werden grau angezeigt. Die kleinen Tatzen unter den einzelnen Tierchen zeigen die Entfernung an. 3 Tatzen entsprechen rund 300 m. Leider kann man sich nicht zu einem einzelnen Pokémon navigieren lassen. So bleibt nur: laufen, laufen, laufen.



Aufstieg in den Leveln,Entwicklung der Pokémon und Arenakämpfe
Ob man nun Pokémon fängt, Pokestops dreht oder die kleinen Monster weiterentwickelt, für alles bekommt man Erfahrungspunkte, kurz EP. Mit diesen EP steigt man dann in seinen eigenen Leveln auf. Dadurch bekommt man zum Einen Zugang zu den Arenen, zum Anderen werden die Pokémon, die man fängt, stärker.

Fängt man ein Pokémon, so erhält man neben EP aber auch noch Sternenstaub und Bonbons. Die beiden letztgenannten sind notwendig, damit man seine eigenen Pokémon entwickeln kann. So wird dann bei genügend Bonbons aus einem Taubsi ein Tauboga und schlußendlich ein Tauboss. Wie viele Bonbons man benötigt, wird bei jedem einzelnen Tierchen angezeigt. Um mehr Bonbons zu erhalten, kann man doppelt oder dreifache Pokémon auch "Verschicken". Dafür klickt man auf das zu versendende Pokémon, scrollt nach ganz unten und tippt auf "Verschicken". Aber Achtung: wenn das Tierchen einmal versendet ist, ist es weg! Zurückholen geht nicht!

Ab Level 5 geschieht der nächste große Schritt im Leben eines Poketrainers: die Auswahl des Teams. Hier muss man sich zwischen Blau, Rot und Gelb entscheiden. Aktuell herrschen hier in Berlin Rot und Blau vor, Gelb scheint ein Außenseiterdasein zu fristen. Dreimal dürft ihr raten, welchem Team ich angehöre?! ;) Sobald man sich für ein Team entschieden hat, kann man Arenen für sein eigenes Team erobern bzw. bei teameigenen Arenen seine Pokemon trainieren. Hier sollte man aber nicht dem Größenwahn verfallen: hält ein gegnerisches Team eine Arena mit Pokémon, die weit über den eigenen liegen, sollte man von einem Kampf absehen und lieber weiterjagen um seine Tierchen aufzuleveln.


Was bringt es, eine Arena zu besetzen? Nun, zum einen strahlt die Arena in der Teamfarbe, zum Anderen erhält man EP und Prestige. Zum Dritten bekommt man, wenn man die Arena 21 h hält, Pokegeld. Das sind kleine Münzen mit einer Pikachuprägung. Mit diesem Geld kann man dann im Shop Gimmicks kaufen. Falls jemand nicht erst mühsam Arenen besetzen möchte: dieses Pokegeld kann man auch mit Echtgeld kaufen.




Eier ausbrüten und Lockmittel
Wischt man in seiner Pokémonliste nach links, sieht man eine Reihe von Eiern mit Kilometerangaben. Es gibt 3 Arten: 2 km, 5 km und 10 km. Diese Eier kann man durch Laufen ausbrüten. Dazu legt man ein Ei durch Klicken in den Brutkasten und läuft los. Wichtig: man muss wirklich LAUFEN! Radfahren, Auto, Bahn, Bus und Co werden von der App erkannt. Wer sich also denkt, dass er bei der nächsten Autofahrt quer durch die Stadt mal eben alle Eier ausbrüten kann, ist schief gewickelt. Es sei denn natürlich, er schleicht in Schrittgeschwindigkeit durch die Gassen. Aber wo bleibt da der Spaß?
Auch kann man immer nur ein Ei ausbrüten. Es sei denn, man erhält einen besonderen Brutkasten. Dann kann man auch 2 Eier gleichzeitig ausbrüten. Dies ist vor allem dann sinnvoll, wenn man, so wie ich, gerade ein 10 km-Ei ausbrüten möchte.


Ab und an hat man Glück und entdeckt einen flitternden Pokestop. Hier hat ein Mitspieler ein Lockmittelmodul aktiviert, welches 30 Minuten Pokémon anlockt. Wenn man sich in der Nähe aufhält, profitiert man davon, denn es erscheinen unter Umständen auch seltene Tierchen. Ein positiver Nebeneffekt: man kommt mit anderen Spielern ins Gespräch.



auf andere Spieler treffen oder "So ein Aufs-Smartphone-Geglotze macht doch unsozial!"
Wie überall gilt: die Dosis macht das Gift. Klar kann ich die gesamte Zeit auf das Display starren, alles um mich vergessen und jeden anrempeln. Oder ich gehe wie ein besonnener Mensch mit der Technik um und mache dann auch positive Erfahrungen. So wie ich es tun durfte.

An einem Pokestop mit Lockmittel traf ich auf rund 12 andere Spieler. Es war ein beschauliches Bild, wie so viele Menschen jeden Alters zusammen standen. Schnell kam man ins Gespräch, tauschte Erfahrungen aus und zeigte sich gegenseitig seine Fangerfolge. So stand ich mit 3 jungen Männern eine gute halbe Stunde tratschend im Park.

In der S-Bahn bemerkte ich 2 Jungs, die über der App rätselten, was sie zu tun hatten. Ich zeigte kurz, dass ich selbst spiele und schon waren wir mittendrin in einem Austausch über Teams, Arenen und Co. Als wir raus mussten, bekam ich ein "Danke dir!" und mein Tag war ein Stück sonniger.

Auch beim Laufen mit der App kann es passieren, dass man Mitspieler trifft. Meist erkennbar durch Smartphone in der Hand, Powerbank angeschlossen und gern zu zweit unterwegs. Hier genügt meist ein Grinsen um sich zu erkennen. Es wird gegrüßt, ab und an noch kurz geschnackt, Tipps gegeben und schon geht jeder wieder seiner Wege. Ohne App wäre dies nicht möglich, mit App lernt man, einfach und höflich auf andere Menschen zu zugehen. Ich habe bisher bei Begegnungen noch keine negativen Erfahrungen gemacht. Im Gegenteil: mir wurde geholfen, gezeigt, wo sich ein Pokémon befindet oder einfach nur kurz gelächelt. Wer die Chance nutzt, knüpft neue und interessante Kontakte.


Kritik/Anmerkungen
Was bleibt noch zu sagen? Wer auf Datenschutz pocht, sollte die App nicht herunterladen. Die Programmierer wollen viele Zugriffe unter anderem auf den Mailaccount. Zudem setzt man, wenn man möchte, für jeden Fang die Kamera ein. Ob und wie aufgezeichnet wird, weiß ich persönlich nicht. Aber möglich ist es auf jeden Fall. Auch durch das permanente GPS-Tracking lassen sich Bewegungsprofile erstellen. So ist es schon einem Spieler passiert, dass er des Fremdgehens überführtt wurde, weil seine Freundin entdeckte, dass er im Haus der Ex ein Tierchen fing.

Aktuell gibt es meines Wissens nach keine Möglichkeit mit Freunden Pokémon zu tauschen, was echt schade ist.

Auch die Serverabstürze sind nervig. Klar, es greifen Millionen Spieler auf das Game zu. Hier hätte der Hersteller aber mit rechnen müssen und Vorkehrungen treffen können. Das zeugt für mich wenig von Weitblick. Aber ich gehe auch davon aus, dass dies in den nächsten Tagen besser wird.


Fazit
Die App erfüllt den Traum vieler Kinder der 90er. Endlich Pokémon in der realen Welt fangen. Der Hype hat die Welt im Griff, treibt seltsame Blüten und doch sollte man sich immer eines bewusst machen: jedes Spiel ist nur so gut oder schlecht wie sein Anwender.

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